Mit dem Sarrasin zeigt die ukrainische Varvar Brewery einmal mehr, dass große Biere nicht immer laut und extrem sein müssen. Statt auf intensive Hopfenaromen oder hohe Alkoholwerte setzt dieses außergewöhnliche Wild Ale auf Finesse, Komplexität und eine ungewöhnliche Zutat: Buchweizen. Der französische Begriff „Sarrasin“ bedeutet übersetzt „Buchweizen“ und verweist bereits auf die zentrale Rolle, die dieses traditionelle Getreide im Charakter des Bieres spielt.
Sarrasin gehört zu den experimentellen Fass- und Wildbierprojekten von Varvar und richtet sich an Genießer, die gerne neue Geschmackswelten entdecken. Dabei bewegt sich das Bier irgendwo zwischen Farmhouse Ale, Wild Ale und einem trockenen Naturwein. Genau diese stilistische Offenheit macht seinen besonderen Reiz aus.
Schon beim Einschenken präsentiert sich das Bier in einem hellen Goldton mit leichter Trübung. Die feine Kohlensäure sorgt für Lebendigkeit im Glas, während die natürliche Optik den handwerklichen Charakter unterstreicht. Bereits der erste Eindruck lässt erkennen, dass hier nicht die klassische Bierwelt, sondern eine deutlich komplexere Aromatik im Mittelpunkt steht.
In der Nase entfaltet sich ein vielschichtiges Bouquet. Wilde Hefen prägen das Aromabild mit einer feinen, sogenannten „funky“ Säure, die an traditionelle belgische Lambics oder moderne Wild Ales erinnert. Dazu gesellen sich grasige und kräuterartige Noten, die an eine Sommerwiese denken lassen. Besonders spannend sind jedoch die Nuancen des Buchweizens, die dem Bier eine leicht nussige, erdige und fast brotartige Tiefe verleihen. Diese ungewöhnlichen Aromen heben Sarrasin deutlich von vielen anderen Sauer- und Wildbieren ab.
Am Gaumen zeigt sich das Bier trocken, präzise und ausgesprochen strukturiert. Die Säure wirkt lebendig, bleibt jedoch elegant und kontrolliert. Sie wird von den charakteristischen Buchweizennoten begleitet, die eine feine Nussigkeit und einen dezenten Getreidecharakter ins Spiel bringen. Kräuterige und leicht herbe Akzente sorgen zusätzlich für Komplexität. Das Ergebnis ist ein Bier, das nicht auf Fruchtigkeit oder Süße setzt, sondern auf Tiefe und Balance.
Besonders bemerkenswert ist der lange Abgang. Nach dem Schluck bleiben trockene, leicht tanninartige Noten zurück, begleitet von einer subtilen Säure und einem Hauch von Nüssen und Wildhefen. Diese anhaltende Aromatik macht Sarrasin zu einem Bier, das man bewusst genießt und dessen Facetten sich mit jedem Schluck weiter entfalten.
Kulinarisch erinnert Sarrasin eher an einen trockenen Weißwein als an ein klassisches Bier. Es harmoniert hervorragend mit gereiftem Ziegenkäse, rustikalem Sauerteigbrot, gegrilltem Gemüse oder feinen Fischgerichten. Auch zu modernen Gerichten mit fermentierten Zutaten oder zur nordischen Küche ergeben sich spannende Kombinationen.
Mit Sarrasin beweist Varvar eindrucksvoll, wie kreativ die moderne ukrainische Craft-Beer-Szene arbeitet. Das Bier verbindet wilde Fermentation, handwerkliche Präzision und die charakteristische Aromatik von Buchweizen zu einem außergewöhnlichen Genusserlebnis. Es ist ein Bier für Entdecker – elegant, komplex und voller Persönlichkeit.
Emmastraße 25
40227 Düsseldorf
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Spezifikationen
| Bierstil | Barrel Aged Special Edition |
| Alkoholgehalt | 7% - 9% |
| Land | Ukraine |
Glutenhaltiges Getreide
| Bierstil | Barrel Aged Special Edition |
| Alkoholgehalt | 7% - 9% |
| Land | Ukraine |